Das besondere Objekt

 

Eine kinetische Skulptur aus dem Jahre 1973

„Ein Mäander in Gold“
von George Rickey (1907-2002)

 


Click – und Sie sehen das Objekt in Bewegung

 

Will man das Besondere des Werks von George Rickey beschreiben, so kommt man zuerst auf die Schwerelosigkeit, die seine Arbeiten suggerieren, zu sprechen. Inspiriert durch das Werk Alexander Calders entstanden 1945 die ersten Mobiles. Schnell entwickelt Rickey die Idee der Bewegung und der Naturzeit weiter und perfektioniert sie. Dabei vollführen seine Objekte ihre Bewegungen ohne Hilfsmotoren.

Auch dieses Objekt mit dem Titel „Mäander“ suggeriert ein labiles Gleichgewicht.

1975  fertigte Rickey sieben Objekte dieses Flügelobjektes. Dieses Exemplar trägt die Nummer 1  und ist vergoldet – eine Rarität. Der Rickey Foundation ist nicht bekannt, wie viele „Mäander“ der Bildhauer vergolden ließ. Uns ist kein weiteres Exemplar bekannt.

 

Juli 2017

 


 

Eine seltene Radierung aus Nordfriesland

„Junges Mädchen“ von Emil Nolde

 

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Emil Nolde (1867 -1956)
„Junges Mädchen“, 1922
Radierung (Kaltnadel und Ätzung) – auf Kupferdruckpapier
signiert,  betitelt
Wvz Sch./Mo/U.  218 I

 

Um 1920 lebt Emil Nolde mit seiner Frau Ada in Utenwarf im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Nach seiner Mitgliedschaft in der Dresdner Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ und Jahren des Arbeitens unter dem Einfluss des Berliner Großstadtexpressionismus, hatte sich seine künstlerische Handschrift gefestigt. Es erscheint die erste Nolde-Monografie; Verfasser ist der Förderer und Freund Max Sauerland, Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

 

In dieser Zeit radiert Nolde unser „Junges Mädchen“, ein Mädchen aus Nordfriesland.

 

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Das Blatt ist handsigniert und unten links betitelt.

 

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Die Verfasser des Werkverzeichnisses nennen fünf Exemplare dieses ersten Zustandes.
Das Blatt ist von bester Erhaltung, gedruckt auf Kupferdruckpapier, rückseitig mit Resten ehemaliger Museumsmontierung im äußersten Rand, gerahmt in einem Modellrahmen unter UV-Schutz-Verglasung.

Weitere Informationen zum Künstler Emil Nolde. (click)

 

Mai 2017

 


 

Eine Inkunabel der NEUEN SACHLICHKEIT:

„Menschen und Tiere“, 1924

Suite von sechs Aquarellen von Georg Schrimpf (München 1889 –1938 Berlin)

 

Georg Schrimpf, Menschen und Tiere
Die sechs Aquarelle (über Umrisslithos) entstanden 1924 als Mappenwerk in einer Auflage von 30 Exemplaren. Unsere Mappe trägt die Nummer 7.

Die Suite befindet sich in den Original-Passepartouts, in der Original-Mappe, ist von tadelloser Erhaltung und in dieser Vollständigkeit von großer Seltenheit. Alle Blätter (29 x 33,5 cm) sind handsigniert.

Der Künstler thematisiert, dem Zeitgeist der 20er Jahre  entsprechend, in märchenhafter, idealisierter Weise die Symbiose von Mensch und Natur. Das Werk ist exemplarisch für die Kunst der Neuen Sachlichkeit. Es wird von uns als komplette Folge angeboten (Verkauft).

 

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Georg Schrimpf gilt als Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit, einer nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Kunstrichtung.

Er beginnt schon als Kind zu zeichnen, eine Förderung aus dem Elternhaus wurde ihm nicht zuteil. Ab 1905 geht er auf Wanderschaft. Der Schriftsteller Oskar Maria Graf würdigt erstmals das künstlerische Schaffen Schrimpfs. Beide verbringen einige Monate in einer Anarchisten-Kolonie in Ascona/Tessin, es entsteht eine lebenslange Freundschaft. 1915 übersiedelt Schrimpf nach Berlin und findet bald Beachtung des Kunstexperten, Galeristen und Publizisten Herwarth Walden, der Schrimpfs erste Ölbilder ausstellt und seine Holzschnitte in der Zeitschrift „Der Sturm“ erscheinen lässt.

 

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„Mädchen mit Schafen“, Öl auf Leinwand , 1922, signiert, datiert, 48 x 58 cm, Privatsammlung Deutschland

 

1917 heiratet Georg Schrimpf die Malerin Maria Uhden, sie stirbt 1918 bei der Geburt des Sohnes Markus.

Zurück in München beginnt eine fruchtbare Ausstellungstätigkeit (Galerie der Neuen Kunst, Neue Sezession im Glaspalast…). 1919 schließt sich der Künstler der „Novembergruppe“ an und beteiligt sich 1919, 1920, 1924 und 1929 an deren Ausstellungen. 1926 bis 1933 folgt eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule München; 1932 Gründung der Gruppe „Die Sieben“ (mit F. Radziwill, A. Kanold … ).

1933 wird er als außerordentlicher Professor an die Staatliche Hochschule für Kunsterziehung in Berlin berufen, die Lehrtätigkeit endet 1937 auf Anordnung von Bernhard Rust, dem Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Im Juli 1937, ein Jahr vor seinem Tod, wird er in der NS-Ausstellung „Entartete Kunst“ diffamiert.

 

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September, 2016

 


 

Eine Rarität aus dem Œuvre Eduard Bargheers

„Wagenlenker“

Keramik-Wandschale, um 1970

 

Dem Hamburger Künstler Eduard Bargheer (1901- Hamburg -1979) widmen wir einen großen Teil unserer händlerischen und sammlerischen Leidenschaft.

Wir stellen Ihnen in diesem Monat als „Das besondere Objekt“ eine Rarität aus dem Œuvre dieses Künstlers vor, eine (Wand)-Schale, die Bargheer um 1970 fertigte.

 

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„Wagenlenker“, um 1970, Keramik
30 x 40 x 7 cm, signiert

 

In den 60er und 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts bereiste Bargheer Griechenland. Diese Reisen dokumentierte er immer wieder künstlerisch. Es entstanden Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle, wie wir sie im ständigen Bestand unserer Galerie führen; und wir begegnen dem Motiv des Wagenlenkers. Dieses Motiv nimmt der Künstler in seiner Keramik-Arbeit „Wagenlenker“ auf, die ein besonders seltenes Stück aus dem Werk Bargheers darstellt. Die Schale ist vom Künstler signiert und rückseitig mit einer Hängevorrichtung für die Wandmontage versehen.

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Zu der technischen Vielseitigkeit Eduard Bargheers äusserte sich Paul Vogt in seiner „Geschichte der Malerei des 20. Jahrhunderts“, Dumont, Köln 1976/1989:

„[…] Bargheer arbeitete in verschiedenen Techniken – Malerei, Mosaik, Glasmalerei, Keramik und Graphik.
Jede dieser einzelnen Techniken hat in seinem Werk ihre eigene Wertigkeit – auch historisch – und ist umgekehrt jeweils symptomatisch für das Wollen des Künstlers.“

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Für weitere Informationen zum Künstler klicken Sie bitte hier .

 

April, 2016

 


 

Entdeckung eines bisher unbekannten Werks von Anita Rée:

„Irrer“, 1916

Anita Rée

Anita Rée (1895-1933), „Irrer“, 1916, Aquarell, Kohle und Bleistift, 34×26 cm,
signiert, betitelt,Provenienz Privatsammlung Hamburg.
Die Arbeit wird von Frau Dr. Maike Bruhns in das Werkverzeichnis 
der
Arbeiten Anita Rées aufgenommen
.

Im Sommer 1916 hielt sich Anita Rée auf Initiative von Carl Georg Heise in Blankenhain bei Weimar auf. Heise war Schüler des Hamburger Kunsthistorikers Aby Warburg und zu der Zeit Assistent bei Gustav Pauli an der Kunsthalle.

Am 23. Juli 1916 schreibt Anita Rée ihrer Freundin Alexandra Povòrina: „Wissen Sie eigentlich, daß Blankenhain der Sitz von vielen Irrenhäusern ist und daß die Irren auf der Straße herumlaufen? Und laut aus den Irrenhäusern heraus singen? Sie sehen, der Ort, an dem ich jetzt meine Tage verbringe, ist dazu angetan, die schwierigsten und quälendsten Konflikte in der Seele eines Malers hervorzurufen: Hie Ingres – hie van Gogh.“1

Bruhns, Maike, Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin 1885-1933, Verlag Verein für Hamburgische Geschichte, Hamburg 1986, S. 43.

 

September, 2015