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Die Vita eines Bildes lebt nicht nur durch die Stilkritik: Auch die Rückseite gibt gelegentlich Hinweise auf die Herkunft, Datierung, Ausstellungsagenda und den Vorbesitz.
Rückseite Eduard Bargheer, „Porträt“ Vorderseite Eduard Bargheer, „Porträt“
Eduard Bargheer (1901 - 1979)
„Porträt“, um 1920
Öl auf Leinwand
ca. 50 x 40 cm

Das Porträt des jungen Mannes malte Bargheer im Alter von ca. zwanzig Jahren.

Verwendung fand die Leinwand dann über 50 Jahre später als Querformat für das 1973 datierte Gemälde „Stadt am Meer“. Den Titel vermerkte der Künstler auf dem Keilrahmen.

Rückseite Gretchen Wohlwill, „Krankes Kind“ Vorderseite Gretchen Wohlwill, „Krankes Kind“
Gretchen Wohlwill (1878-1962)
„Krankes Kind“, Porträt Hans- Emil Wohlwill, 1927/28
Oelgemälde auf festem Malkarton
ca. 52 x 45 cm
signiert unten rechts

handschriftliche Notiz der Künstlerin: „unverkäuflich“Rückseitig ist es nochmals signiert, betitelt und bezeichnet: „unverkäuflich“; weiterhin von fremder Hand eine Nummer in blauer Wachskreide, die auf eine Versendung hinweist.

Das Bild ist mit einer alten „Sezessionsleiste“ gerahmt.

Das Gemälde dokumentiert den Weg der Künstlerin in die Emigration und ihre Rückkehr nach Deutschland: Wohlwill vermerkte ihre zwei Hamburger Adressen vor dem zweiten Weltkrieg („Mittelweg 10“ und „Flemingstrasse 3“, ihr Umzug erfolgte 1927; die Angabe beider Adressen lässt folglich eine Feindatierung zu), und - entscheidend - ihre Adresse nach der Rückkehr (1952) aus dem Exil („Brahmsallee 33, 14. St - rechts“) auf der Rückseite. Diese Notizen lassen den Schluss zu, dass die Arbeit die Künstlerin in die Emigration begleitet hat.

handschriftliche Notiz der Künstlerin: „Brahmsallee 33, 14. St - rechts“Die Darstellung zeigt ein Porträt des Neffen der Malerin. Der leuchtend rote Apfel signalisiert nicht nur, dass sich das Kind auf dem Wege der Besserung befindet, sondert ist auch - als Mittel der Rezeption- Ausdruck für die Bewunderung Wohlwills für Cezanne.

Das Bild war 1928 in der Ausstellung „Junge Hamburger Kunst“ der Galerie Neumann und Nierendorf, Berlin, ausgestellt. Der Kaufpreis von 500 Reichsmark ist von ihr ebenfalls rückseitig vermerkt. Später dann überklebt die Künstlerin diesen Preis mit dem Zettel „unverkäuflich“. Die Kunstzeitschrift „Der Kreis“ berichtete in Heft 11 des Jahres 1928 über diese Ausstellung und bildete das Gemälde auf Seite 664 ganzseitig ab. Bruhns führt diese Arbeit in ihrem Werkverzeichnis (Bruhns, Maike: G.W. Eine jüdische Malerin der Hamburgischen Sezession, Hmbg. o.J.) unter der Nummer 112 in der Gruppe der verschollenen Bilder als „Verbleib unbekannt“.

Uns ist es gelungen das Gemälde aus Privatbesitz zu erwerben.

Rückseite Roberta Gonzales, „La Dame de Cœur“ Vorderseite Roberta Gonzales, „La Dame de Cœur“
Roberta Gonzales (1909-Paris-1976)
Verso-Ansicht des Gemäldes „La Dame de Cœur“, 1953
Datierung, Titel, Ausstellungsnummern
16 x 22,5 cm, gemessen an dem kleinen Format, sehr aufwendiger Keilrahmen.

Aus der Sammlung Alfred Henzen (langjähriger Direktor der Kunsthalle Hamburg)
A. Henzen verband eine lange Freundschaft mit R. Gonzales und ihrem Ehemann Hans Hartung.


 
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